Was wir machen...

Auf dieser Seite

Taekwondo

All-Style Karate

Street Combat


Taekwondo

DER BEGRIFF TAEKWONDO

Taekwondo ist ein Kompositum aus den drei Wörtern Tae, Kwon und Do. Tae steht stellvertretend für die Fußtechniken, die im Taekwondo in wesentlich höherem Maße Anwendung finden als beispielsweise im Karate-Dō. Kwon steht für die Faust- bzw. Handtechniken, die wiederum weniger vertreten sind als im Karate-Dō. Do hingegen ist wieder etwas, das Karate-Dō mit dem Taekwondo verbindet. Beide Kampfkünste tragen dieses Do (oder in jap. Schreibweise auch Dō) in ihrem Namen sowie zahlreiche andere Kampfkünste im Übrigen auch: Judō, Kendō, Aikidō um nur einige zu nennen. Einfach übersetzt bedeutet Do soviel wie „der Weg“. Doch der eigentliche Wortsinn ist viel umfassender. Das Do beschreibt nicht nur die Philosophie, die hinter den verschiedenen Do-Sportarten steht, es soll vielmehr die Lebensphilosophie derjenigen zum Ausdruck bringen, die ebendiese Sportarten betreiben.

KAMPFKUNST ODER KAMPFSPORT?

Taekwondo kann sowohl als Kampfkunst als auch als Kampfsport interpretiert werden. Als Kampfkunst tritt es vor allem dann in Erscheinung, wenn es um die theoretischen und praktischen Inhalte sowie um das oben bereits angesprochene Do geht. Der Kampfsport hingegen zeigt sich insbesondere im sportlichen Vergleichskampf bei Turnieren oder im Kampftraining. Taekwondo schult Geist und Körper gleichermaßen und der ausgebildete Taekwondoin hat nicht nur ein breites theoretisches Wissen, sondern kann auch die praktischen Inhalte des Trainings sinnstiftend anwenden.

EIN WENIG GESCHICHTE

Taekwondo ist eine vergleichsweise junge Kampfkunst. Der Begriff selbst wurde erstmals 1955 erwähnt. Der koreanischen General Choi Hong-Hi (*09.11.1918, †15.06.2002) entwickelte das Taekwondo aus dem Shōtōkan Karate-Dō, daher wird das Taekwondo auch gelegentlich als „koreanisches Karate-Dō“ bezeichnet. General Choi selbst war Träger des 2. Dans Shōtōkan, doch wollte er diese Kampfkunst weiterentwickeln. Etwas schaffen, das dem japanischen Karate-Dō in Psyche und Technik überlegen ist. Nach Ende des 2. Weltkriegs legte Choi eine steile militärische Karriere bei den koreanischen Streitkräften hin und erwirkte die Aufnahme des Taekwondo in das Ausbildungsprogramm der Soldaten. Ab Mitte der 1950-er Jahre verbreitete er ausgehend über Vietnam und Taiwan das Taekwondo schließlich in der ganzen Welt, bis es um 1966 auch Deutschland erreichte.

INHALTE DES TAEKWONDO

Um Beweglichkeit und Ausdauer herzustellen hat Gymnastik einen sehr hohen Stellenwert im Taekwondo. Darüberhinaus wird auch die eigene Körpereinschätzung und Körperwahrnehmung geschult. In zahlreichen Partnerübungen tastet sich der Taekwondo-Schüler beispielsweise an den Punkt heran, an dem er in der Lage ist, einen gezielten Fauststoß so punktgenau zu kontrollieren, daß er seinen Partner damit einerseits keinen Schaden zufügt, es aber andererseits auch nicht den Anschein erweckt, die Technik sei von vornherein so bemessen gewesen, daß das angestrebte Ziel ohnehin nicht hätte erreicht werden können.

Die Techniken des Taekwondo, erlauben keine vollständige Ausführung am Partner, wie man es zum Beispiel vom Judō kennt. Will heißen: der Taekwondoin bedient sich eher Schlag- und Tritttechniken, die am Partner durchaus ernste Verletzungen hervorrufen können. Der Judōka hingegen nutzt eher Hebeltechniken, mit denen er seinen Partner (oder auch Gegner) zwar zu Boden bringt, doch kontrollierbarer als im Taekwondo (das soll natürlich nicht heißen, daß es im Judō nicht auch Techniken gibt, die durchaus zu ernsthaften Verletzungen des Gegenübers führen können). Um die Techniken aber dennoch üben und demonstrieren zu können gibt es Im Taekwondo die Tuls (oder Hyeongs, oder Poomsae) wie im artverwandten Karate-Dō die Katas. All dies sind sogenannte Formenläufe, die jede für sich einen imaginären Kampf gegen einen imaginären Gegner darstellt, ohne daß dabei ein Partner erforderlich wäre, der dabei vielleicht zu Schaden kommen könnte. Beim Formenlauf werden also die Techniken selbst sowie deren Präzision trainiert. Zudem wird der Körper in sportlicher und geistiger Hinsicht geschult, denn die teilweise aus zahlosen Bewegungen bestehenden Formen wollen auch erlernt und kognitiv umgesetzt werden.

BRETTER, DACHZIEGEL & STEINE

Mit korrekt eingeübten Techniken, lassen sich Gegenstände wie Bretter, Dachziegel oder auch Steine durchaus mit der bloßen Hand oder dem Fuß zertrümmern. Ab einer bestimmten Graduierung ist dies sogar fester Bestandteil der Gurtprüfungen. Dies geschieht aber keinesfalls aus reiner Zerstörungswut. Vielmehr überprüft der Taekwondoin auf diese Weise die Effektivität und die Präzision der Techniken, die er zuvor unzählige Male auf Schlagpolster oder in der Luft eingeübt hat. Was also spektakulär daherkommt, hat einen durchaus ernstzunehmenden Hintergrund.

HOSINSUL

Die Selbstverteidigung wird in den koreanischen Kampfkünsten als Hosinsul oder auch Hoshinsul bezeichnet. Das Taekwondo bedient sich vergleichsweise einfacher aber effektiver Techniken um sich vor Übergriffen zu schützen. Beginnend mit Befreiungstechniken aus Haltegriffen über das Lösen von Würgegriffen werden die Schüler bis sie den ersten Meistergrad erreicht haben auch gelernt haben, wie man sich gegen Angriffe mit Stock, Messer oder gar Pistole zur Wehr setzt. Im regulären Training ist Hosinsul immer wieder Thema und wird regelmäßig praktiziert.


All-Style Karate

FORMEN

Im All-Style-Karate geht es weniger um das Erlernen komplexer Bewegungsmuster wie es beispielsweise im Taekwondo (Tuls) üblich ist. Ein Formenlauf (Kata) ist gar erst zur Erreichung des ersten Dan-Grades erforderlich und kann auch dann noch durch die Vorführung einer Sequenz komplexer Grundtechniken umgangen werden.

EIGENER KAMPFSTIL

Der Schüler bekommt zunächst die fundamentalsten Techniken an die Hand gegeben und erlernt von Kyu zu Kyu (Schülergrade) neue Techniken hinzu, die selbstredend auch komplexer und schwieriger werden sollen. Aus seinem Repertoire an Techniken schafft sich der Schüler dann nach und nach seinen ganz eigenen, persönlichen Kampfstil. Ziel ist es, möglichst viele verschiedene Techniken zu erlernen und zu beherrschen, doch wird sich natürlich irgendwann eine Präferenz für bestimmte Techniken herauskristallisieren. Eine sinnstiftende Abfolge solch bestimmter Techniken kann dann zu einer eigenen Kata führen, muß es aber nicht. Das All-Style-Karate ist hier sehr liberal und flexibel.

TECHNIKEN

All-Style-Karate bedient sich der Techniken verschiedener Kampfkünste ohne sich dabei auf eine bestimmte festzulegen. So kommen durchaus auch Würfe und Hebel zum Einsatz, wie man sie z.B. aus dem Judō oder dem Jiu-Jitsu kennt und wie sie im klassischen Karate-Dō oder Taekwondo eher unüblich sind.

SELBSTVERTEIDIGUNG

Das ursprüngliche Karate-Dō war in Ansatz eine kriegerische Kampfkunst (Budō). Im Falle einer Entwaffnung war es dem Kämpfer damit auch möglich, sich effektiv ohne Waffen zu wehren. Das Wort Karate bedeutet übersetzt aus dem japanischen soviel wie „leere Hand“ und zeugt von diesem Sachverhalt. Traditionelles Karate ist somit unabdingbar mit der Selbstverteidigung (Jiei) verknüpft. Doch mittlerweile wird vielerorts bemängelt, daß sich das moderne Karate mehr und mehr davon ab- und sich eher dem sportlichen Vergleichskampf zuwendet. Im All-Style-Karate hat die Selbstverteidigung nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert und ist bereits Bestandteil der ersten Gurtprüfung.

GURTSYSTEM

Das Gurtsystem im All-Style-Karate ist einfacher gehalten als zum Beispiel das des Taekwondos. Es gibt nur sechs Kyu-Grade und keine halben Gurte. Mit regelmäßigem Training kann es der Schüler beginnend mit dem weißen Gurt über gelb, orange, grün, blau und braun in ca. drei Jahren schaffen den ersten Dangrad zu erreichen.

Download
Prüfungsordnung All-Style-Karate.pdf
Adobe Acrobat Dokument 101.5 KB

Street Combat

SELBSTVERTEIDIGUNGSSYSTEM STREET COMBAT

Street Combat wurde als progressives Kampfsystem von Robert Brutzer (Head-Instructor Street Combat, 5. Dan Kickboxen) entwickelt.

Beim Street Combat geht es nicht um den sportlichen Vergleichskampf oder gar um philosophische Sachverhalte, sondern vielmehr um effektive Selbstverteidigung oder Selbsterhaltung im Ernstfall. Daher gibt es auch keine Aufwärm- oder Dehnübungen im Vorfeld des Trainings, denn „auf der Straße“ hätte man ebensowenig die Möglichkeit, sich auf einen Übergriff dementsprechend vorzubereiten.

Street Combat ist weder Kampfsport noch Kampfkunst. Im Vordergrund steht das zweckorientierte Handeln in brenzligen Situationen und die Schärfung des Verstandes für die schnelle Einschätzung einer solchen Situation. Die Techniken sind bewusst einfach gehalten, um im Ernstfall schnell und intuitiv handeln zu können. Natürliche Reflexe werden ebenso miteinbezogen wie die „natürlichen Waffen“ des Körpers oder die Nutzung von Alltagsgegenständen als improvisierte Waffen. Das Augenmerk liegt auf die verletzlichen Schwachstellen des menschlichen Körpers und es gibt keinerlei feste Regeln.

Street Combat ist ein progressives Kampfsystem und man bedient sich Techniken verschiedenster Kampfkünste und Nahkampfsysteme. Im Training werden diese auf ihre Effektivität getestet und in das Repertoire aufgenommen oder auch wieder verworfen.

In der Fachschaft Taekwondo finden in regelmäßigen Abständen Lehrgänge zu verschiedenen Themen mit Robert Brutzer statt und die Techniken aus dem Street Combat finden sich auch im Hosinsul (Selbstverteidigung) des Taekwondos wieder.


Download
Infos für Neueinsteiger
Einige Informationen um den Einstieg in unseren Sport zu erleichtern...
Infos für Neueinsteiger.pdf
Adobe Acrobat Dokument 307.3 KB