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Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, den 15. Juli 2008 um 09:16 Uhr
Der Kurs vermittelt theoretische und praktische Kenntnisse in den Bereichen Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Die Chancen, gefährliche Situationen mit heiler Haut meistern zu können, werden dadurch erheblich verbessert.

Der Kurs will aber nicht nur Anleitungen zur richtigen Verhaltensweise im Falle einer Bedrohung der eigenen Person geben, sondern auch Handlungskompetenz vermitteln, um in den Fällen Hilfe leisten zu können, in denen man beispielsweise Zeuge einer Straftat wird. Die Hilfeleistung sollte dabei nach Möglichkeit so erfolgen, daß die eigene Gesundheit nicht gefährdet wird.

Jede Teilnehmerin erhält einen Band (ca. 110 Seiten) mit einer Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen des Kursinhaltes und einer Übersicht der praktischen Übungen als Gedankenstütze für die Wiederholung zu Hause.

Hintergrundwissen

Gefährliche Situationen können umso besser vermieden oder gemeistert werden, je mehr man über die folgenden Punkte weiß:

  • Gewaltformen gegen Frauen
  • Ist Gegenwehr in allen Situationen sinnvoll?
  • Täterprofile
  • Ursachen und Behebung von Hemmungen, die eine wirksame Gegenwehr verhindern
  • Bewaffnete Selbstverteidigung - ja oder nein?
  • Sicherung von Haus und Wohnung
  • Verhalten nach der Tat
  • Hilfsorganisationen

rechtliche Aspekte

Wie weit darf man gehen, um sich im Falle eines Angriffs zu schützen?
Welche rechtlichen Möglichkeiten gibt es, um die eigenen Interessen im Falle einer erlittenen Straf- oder Gewalttat bestmöglich zu wahren?
Was muß ich beachten, wenn ich Anzeige erstatten will?
Hier werden Informationen zu den folgenden Punkten vermittelt:

  • Notwehr
  • Notwehrüberschreitung
  • Rechtfertigender Notstand
  • Entschuldigender Notstand
  • Unterlassene Hilfeleistung
  • Vorläufige Festnahme
  • Vergehen gegen die sexuelle Selbstbestimmung
  • Rechtsvorschriften im Zusammenhang mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz
  • Opferschutzgesetz
  • Opferentschädigungsgesetz
  • Rechtliche Möglichkeiten bei der Erstattung einer Anzeige
  • Rechtliche Möglichkeiten im Prozess gegen den Täter

Verhaltenstraining

Viele Konfrontationen können durch richtiges Verhalten im Vorfeld bereits entschärft werden, wenn man die Gefahr rechtzeitig erkennt. Im Konfliktfall kann das richtige Verhalten vielleicht sogar über Leben und Tod entscheiden. Für jeden möglichen Tatort und jede Gefahrensituation gelten Besonderheiten, die man im Selbstverteidigungsfall durch vorteilhafte Verhaltensweisen zu seinen Gunsten nutzen kann.
Unter anderem werden folgende Punkte behandelt:

  • Erkennen von Gefahren
  • Reagieren auf Gefahren
  • Mentales Training
  • Umgang mit der eigenen Angst
  • Auftreten und Körpersprache
  • Verbale Gegenwehr
  • Häufig angewandte Tricks bei Eigentumsdelikten
  • Gegenmaßnahmen in speziellen Situationen (Anmache, Vergewaltigung, Entführung, Frotteure, Exhibitionisten, Telefonterror, Raubüberfall, mehrere Angreifer, bewaffnete Angriffe, Verhalten im Ausland/in anderen Kulturkreisen...)
  • Gegenmaßnahmen an speziellen Örtlichkeiten (Wohnung, Arbeitsplatz, Straße, Auto, öffentliche Verkehrsmittel, Tiefgarage/Parkhaus, Hotel, Telefonzelle, Aufzug ...)

Verhaltensmöglichkeiten werden u.a. in Form von Rollenspielen mit nachgestellten Szenarien eingeübt.

physisches Selbstverteidigungstraining

Selbst bei Beachtung aller denkbaren Präventions- und Vorsichtsmaßnahmen kann es dennoch vorkommen, daß man sich seiner Haut körperlich wehren muß. Zu diesem Zweck werden im Kurs Abwehrtechniken aus unterschiedlichen Kampfsystemen wie z.B. Taekwondo, Karate, Jiu Jitsu etc. intensiv geübt. Bei der Konzeption des Kurses wurde konsequent Wert darauf gelegt, mit einer begrenzten Anzahl effektiver Techniken ein Maximum an Wirkung zu erzielen. Die Verhältnismäßigkeit der angewandten Abwehr relativ zum abzuwehrenden Angriff wird hierbei berücksichtigt. Die Techniken sind so gewählt, daß sie leicht erlernbar sind und auch von körperlich weniger durchtrainierten Personen in Straßenkleidung unter Alltagsbedingungen einsetzbar sind. Ein großer Teil möglicher Abwehrsituationen sollte prinzipiell damit beherrschbar sein.

Im Rahmen des physischen Selbstverteidigungstrainings wird u.a. auf folgendes eingegangen:

  • Abwehr gegen Festhalten, Umklammern, Würgen, Schlagen, Tritte, Haareziehen, Angriffe im Auto
  • Schocktechniken
  • Handlösetechniken
  • Grundzüge des richtigen Fallens
  • Abwehr am Boden
  • Kenntnis der empfindlichen Punkte am menschlichen Körper

Trainiert wird in Form von Partnerübungen und nachgestellen realistischen Szenarien. Bei Bedarf werden Hilfsmittel wie z.B. Schlagpolster eingesetzt. Die Trainer tragen Vollkontakt-Schutzausrüstung, so daß die Kursteilnehmerinnen die erlernten Techniken daran mit voller Kraft zur Anwendung bringen können.

Abwehr eines Würgeangriffs Bodenkampf
Abwehr eines Würgeangriffs Bodenkampf

Neben der waffenlosen Selbstverteidigung (lediglich der eigene Körper und die eigene Intelligenz kommen zum Einsatz) ist der Gebrauch von Alltagsgegenständen (Schirm, Stock, Handtasche, Buch, Zeitung, Fahrradpumpe, Kugelschreiber, Autoschlüssel, etc.) als Hilfsmittel zur Abwehr von Angriffen Bestandteil der Ausbildung.

Verteidigung mit Stock
Verteidigung mit Stock

Die Stärkung der körperlichen Fitness ist hierbei ein angenehmer Nebeneffekt, steht aber nicht im Vordergrund der Übungen.

 
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