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Viele Menschen und insbesondere Frauen fühlen sich durch entsprechende Meldungen über zunehmende Gewaltkriminalität in den Medien mehr oder weniger stark verunsichert und in ihren persönlichen Freiheiten eingeschränkt. Die Wahrscheinlichkeit, selbst Opfer einer lebensbedrohlichen Gewalttat zu werden, ist hierzulande glücklicherweise relativ gering. Dennoch bewirkt alleine schon dieses Unsicherheitsgefühl eine Beeinträchtigung der Lebensqualität. Doch selbst wenn man nicht gleich mit lebensbedrohlichen Gewalttaten konfrontiert wird, so weiß jede Frau aus eigener Erfahrung, daß es im täglichen Leben oft genug Situationen gibt, in denen andere durch unverschämtes und provozierendes Auftreten die eigene persönliche Intimsphäre verletzen (z.B. Anmache, sexuelle Belästigung, Mobbing etc.).
Vielfach ist man dann nicht in der Lage, sich spontan und schlagfertig mit geeigneten Gegenmaßnahmen zur Wehr zu setzen. Was bleibt, ist dann meist ein Gefühl der Demütigung und der Ohnmacht, an dem die betroffenen Frauen oft noch sehr lange zu kauen haben.
Niemand ist jedoch dazu verdammt, eine Verletzung der eigenen Persönlichkeitsrechte einfach tatenlos hinzunehmen. Das richtige Verhalten in kritischen Situationen läßt sich erlernen und trainieren! Alleine schon das Bewußtsein, im Ernstfall auf ein Repertoire von Schutzmaßnahmen zugreifen zu können, stärkt das eigene Selbstvertrauen. Selbstbewußt auftretende Frauen werden laut wissenschaftlichen Untersuchungen wesentlich seltener Opfer einer Gewalttat, denn Täter suchen Opfer, keine Gegner!
Die Fachschaft Taekwondo des TuS Laer 08 e.V. bietet daher zweimal jährlich einen Selbstverteidigungskurs speziell für Frauen an. Obwohl in diesem Kurs auch Abwehrtechniken vermittelt werden, handelt es sich dabei nicht um einen "Kampfsportkurs", der sich auf rein körperliche Aspekte beschränkt. Selbstverteidigung hat mit "Sport" nichts zu tun. Die im Rahmen des Kurses geübten Abwehrtechniken stellen eine "Notbremse" dar, die ausschließlich dann zum Einsatz kommt wenn all das, was im Kurs unter den Oberbegriffen "Selbstbehauptung" und "Prävention" vermittelt wird, einmal versagt haben sollte.
Der Besuch eines Selbstverteidigungstrainings kann im Extremfall lebensrettend sein. Dennoch kann eine zeitlich begrenzte Schulung natürlich nicht dazu führen, daß alle nur erdenklichen gefährlichen Situationen jederzeit und unter allen Umständen sicher zu meistern sind. "Unbesiegbarkeit in 10 Abenden" gibt es nicht. Eine hundertprozentige Sicherheit kann niemand garantieren - nicht einmal nach jahrelangem intensivem Training. Regelmäßige Teilnahme an den Übungsabenden führt "lediglich" dazu, seine Chancen, im Ernstfall mit heiler Haut davonzukommen, deutlich zu verbessern. Und das ist schon eine ganze Menge, wie wir meinen.
Wir hoffen auch, daß neben dem angestrebten Zweck mit dem Besuch des Kurses auch der Weg zu diesem Zweck als Ziel verstanden wird: Das Training soll Spaß machen, indem man neue Leute kennenlernt, sich in lockerer Atmosphäre austoben kann und dabei so nebenbei seine körperliche Fitness steigert. Nicht zuletzt soll dieser Kurs auch dazu beitragen, die mentale Ausgeglichenheit und das eigene Selbstvertrauen zu steigern, indem man durch Gedankenaustausch, Diskussionen und gemeinsames Brainstorming verteidigungsrelevante Sachverhalte analysiert, Strategien erarbeitet und dabei die eigene Stärke kennenlernt.
Autor: Dr. Thomas Weiss
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